Klärschlammkooperation OWL: Zwischenziel erreicht/ 80 Kooperationspartner

Im Oktober 2018 vereinbarten der Abfallwirtschaftsverband Lippe, die Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh mbH, die Herforder Abwasser GmbH, der Abfallentsorgungsbetrieb des Kreises Minden-Lübbecke, der Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld sowie die Stadt Gütersloh als Erstunterzeichner eine Vorvereinbarung zur interkommunalen Klärschlammkooperation in Ostwestfalen-Lippe. Nach dem Beschluss des Gesamtkonzeptes auf der Mitgliederversammlung am 24.06.2019 in Bielefeld haben inzwischen viele Kommunen und Verbände die notwendigen Beschlüsse gefasst. Die von der Kooperation vorgesehene Mindestmenge für den Zusammenschluss von 60.000 t Klärschlamm (15.000 t Trockensubstanz) wurde nun mit den jüngsten Beschlüssen der Städte Bielefeld, Lübbecke und Minden sowie der Wasserverbände Wittlage und Bersenbrück erreicht und überschritten. Daneben haben sich schon die Städte Halle (Westf.), Versmold, Rietberg, Schloss-Holte-Stukenbrock, Marsberg, Geseke, die Gemeinden Langenberg, Steinhagen und Herzebrock-Clarholz, die Stadtwerke Bad Oeynhausen AöR, Stadtwerke Espelkamp, Wirtschaftsbetriebe Stadt Enger, der Abwasserverband Obere Lutter und der Kreis Minden-Lübbecke für die Kooperation entschieden. Viele weitere Kommunen und Verbände haben in den Vorberatungen dem Gesamtkonzept ebenfalls zugestimmt.

Inzwischen sind 80 Städte, Gemeinde und Verbände aus dem Regierungsbezirk Detmold und angrenzender Kreise der Kooperation beigetreten und beraten nun über den Beitritt zum zukünftigen Gemeinschaftsunternehmen. Von der Kooperation werden 80 Abwasserbeseitigungspflichtige mit einem Klärschlammaufkommen von mehr als 160.000 t pro Jahr vertreten. Begleitet und unterstützt wird die Initiative von der Bezirksregierung Detmold. Dort wird am 14.02.2020 nach den weiteren Beschlüssen der Kooperationspartner der Vertrag unterzeichnet.

Das Konzept sieht den Zusammenschluss der Region zu einem Gemeinschaftsunternehmen vor. An diesem Gemeinschaftsunternehmen können sich nur diejenigen Städte und Gemeinden sowie Kreise und Verbände beteiligen, bei denen Klärschlamm anfällt bzw. denen die Entsorgung der Klärschlämme übertragen wurde. So wird sichergestellt, dass alle Beteiligten das gleiche Interesse (günstige Entsorgung) im Unternehmen haben. Die Beteiligung richtet sich nach der Menge des anfallenden Klärschlamms. Das Gemeinschaftsunternehmen sucht dann über eine europaweite Ausschreibung einen Partner. Die Ausschreibung wird im Sommer 2020 beginnen. Dr. Ute Röder vom Abfallwirtschaftsverband Lippe und Sprecherin des Arbeitskreises freut sich über die Erreichung dieses Zwischenziels: „Unser gemeinsam erarbeitetes Konzept aus langfristiger Entsorgungssicherheit, Solidarität, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit hat viele in OWL und darüber hinaus überzeugt.“ Darüberhinaus ist auch die Stärkung regionaler Wertschöpfung von Bedeutung z.B. durch die Ausschreibung der Logistik in kleineren Losen, die regionalen Transportunternehmen Chancen bietet. Thomas Grundmann von der Gesellschaft für Entsorgung in Gütersloh ergänzt, „dass auch das klare Bekenntnis der Kooperation keine Gewinne erwirtschaften zu wollen, für die Bürger attraktiv ist. Wir danken für das Vertrauen, dass den Fachleuten aus ganz OWL von den Gremien entgegengebracht wird.“ Karl-Heinz Schröder, Leiter der Kläranlage Putzhagen in Gütersloh und einer der stellvertretenden Vorsitzenden des Arbeitskreises bekräftigt dazu noch einmal, dass die Kooperation sich regional aufstellt. Auch die weitere Arbeit wird auf viele Schultern in OWL vertrauensvoll verteilt, um das Ziel gemeinsam zu erreichen.

Dr. Till Elgeti, verantwortlicher Partner bei Wolter Hoppenberg, der zusammen mit Bastian Hensel, Marc Dewald und Susanna Wittenstein, die Klärschlammkooperation OWL betreut, gratuliert der Kooperation zu diesem Meilenstein. Es ist außergewöhnlich, dass sich so viele Kommunen und Verbände in so kurzer Zeit auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können.

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21.11.2019