Klärschlammkooperation OWL: Beschluss gefasst

Die Klärschlammkooperation Ostwestfalen-Lippe (OWL) hat bei der Mitgliederversammlung am 24.06.2019 ein Gesamtkonzept verabschiedet. Das Konzept sieht unter anderem die die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens durch die an der Kooperation beteiligten Kommunen beziehungsweise kommunalen Unternehmen vor.

Im Oktober 2018 vereinbarten der Abfallwirtschaftsverband Lippe, die Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh mbH, die Herforder Abwasser GmbH, der Abfallentsorgungsbetrieb des Kreises Minden-Lübbecke, der Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld sowie die Stadt Gütersloh als Erstunterzeichner eine Vorvereinbarung zur interkommunalen Klärschlammkooperation in Ostwestfalen-Lippe. Auf der Mitgliederversammlung am 24.06.2019 in Bielefeld wurde von den 78 Städten, Gemeinden und Verbänden aus dem Regierungsbezirk Detmold und angrenzender Kreise gemeinsam die Möglichkeiten einer regionalen und wirtschaftlich vorteilhaften Lösung zur Klärschlammverwertung untersucht. Von der Kooperation werden 78 Abwasserbeseitigungspflichtige mit einem Klärschlammaufkommen von mehr als 160.000 t pro Jahr vertreten. Begleitet und unterstützt wird die Initiative von der Bezirksregierung Detmold.

Nach den Mitgliederversammlungen im April und Mai wurde heute das Gesamtkonzept der Klärschlammkooperation OWL verabschiedet. In vielen Sitzungen der Fachleute für Technik, Recht und Organisation sowie des federführenden Arbeitskreises wurden mit Hilfe von externen Spezialisten innovative Lösungswege geprüft, Konzepte auf ihre Passgenauigkeit für die Region untersucht, die Wirtschaftlichkeit sowie die Umweltauswirkungen bewertet, mit Aufsichtsbehörden gesprochen und schließlich ein Gesamtkonzept entworfen. Das Konzept sieht den Zusammenschluss der Region zu einem Gemeinschaftsunternehmen vor. An diesem Gemeinschaftsunternehmen können sich nur diejenigen Städte und Gemeinden sowie Kreise und Verbände beteiligen, bei denen Klärschlamm anfällt bzw. denen die Entsorgung der Klärschlämme übertragen wurde. So wird sichergestellt, dass alle Beteiligten das gleiche Interesse (günstige Entsorgung) im Unternehmen haben. Die Beteiligung richtet sich nach der Menge des anfallenden Klärschlamms. Das Gemeinschaftsunternehmen sucht dann über eine europaweite Ausschreibung einen Partner. Bei der Auftragsvergabe werden nicht nur der Preis sondern auch die Regionalität, die Umweltverträglichkeit wie z.B. CO2 Bilanz und die Strategie eine Rolle spielen, worauf Dr. Ute Röder vom Abfallwirtschaftsverband Lippe und Sprecherin des Arbeitskreises hinweist. Anschließend sucht das Gemeinschaftsunternehmen auch Logistikpartner. „Durch kürzere Laufzeiten und kleine Lose wird auch der örtliche Mittelstand am Wettbewerb teilnehmen können, was der OWL Kooperation unter dem Aspekt Stärkung der Region sehr wichtig“ sind sich Thomas Grundmann und Dr. Ute Röder einig.

Dr. Till Elgeti, verantwortlicher Partner bei Wolter Hoppenberg, der zusammen mit Bastian Hensel, Marc Dewald und Susanna Wittenstein, die Klärschlammkooperation OWL betreut, betont dabei, dass die konstruktive Zusammenarbeit einer solchen Vielzahl von kommunalen Akteuren außergewöhnlich ist.

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19.07.2019